Was sich hinter dem Namen „My wicked wicked ways“ versteckt? Ein Mantelund-Degen-Ensemble mit Schluckauf? Üble Gesellen und auch noch stolz drauf? Liebhaber französischer Küche mit Vollbart und Bierbauch? „Wir sind eine Band ohne musikalische Berührungsängste“, sagt Sängerin Evonia Bree. Klar doch: Von allem etwas! Zumindest haben sich das die vier verrucht vollbärtigen Errol-Flynn-Fans aus Graz offenbar auf die Piratenfl agge Ihres Bandschiffs geschrieben. Zweitausendneun gegründet ist „My wicked wicked ways“ mittlerweile nicht nur Liedermacherstammtisch-Insidern in und um Graz ein Begriff. Die unzähligen Live-Auftritte der letzten Monate – zu zweit, zu dritt oder mit der kompletten Mannschaft – haben Spuren hinterlassen. Mit Ihren Songs torkeln sie wie seekrank zwischen Heartcore und Folkrock, immer am rettenden, versöhnlichen Ufer entlang, doch mit beiden
Beinen fest im Wasser. „Ich denke, man kann seine musikalische Herkunft nicht ungestraft auf Dauer verleugnen“, wirft Bassist Malvin, mit bürgerlichem Namen Benjamin Hornigold, ein. Wo die Wurzeln der Band liegen lässt er allerdings im Dunkeln – wohl irgendwo im Bermudadreieck zwischen Neil
Diamond, Hüsker Dü und Uncle Tupelo. Da wird zuckersüßer Pop gereicht, garniert mit poetisch herben Texten, serviert in einem nach der großen weiten Welt riechenden Algenmantel – Sehnsucht inklusive.
Nachdem das Quartett rund um Sänger und Songwriter Zakk. E. Rust monatelang nach einem neuen Drummer gesucht hat wurde Anfang dieses Jahres der fast an Spinal Tap erinnernde Fluch gebannt. Neun Monate später präsentiert sich „My wicked wicked ways“ heute mit frischem Wind in den Segeln und bereit zu jeder Piraterie.
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